RegAudit DerÜberwachungsmanager für Registrierungsschlüssel
Version 1.0   Hilfedatei
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Letzte Änderung: 10. Januar 2001
Einführung
Wozu ist RegAudit gut?
RegAudit erlaubt Ihnen, die Einstellungen der so genannten Sicherheitskontrolliste (SACL) beliebiger Windows NT Registrierungsschlüssel abzufragen und zu verändern. Der Name dieser ACL ist etwas irreführend, weil diese Liste lediglich die Überwachungseinstellungen für ein Objekt enthält.
Sie können natürlich diese Einstellungen in der Regel auch mit dem Programm RegEdt32 einsehen und ändern. Wenn Sie aber eine große Anzahl von Rechnern überwachen wollen, steht Ihnen mit RegEdt32 ein ziemlich langweiliger Job bevor, bei dem die Gefahr versehentliche Fehler groß ist. RegAudit erlaubt Ihnen, eine Batchdatei zu verwenden, die Sie nur ein einziges Mal zu erstellen brauchen.
Es gibt beträchtliche Unterschiede in der Interpretation der SACL durch die beiden Programme RegEdt32 für NT 4 beziehungsweise RegEdt32 für NT 5 (oft als Windows 2000 bezeichnet). Einige der problematischen Unterschiede sind in der FAQ zu Sicherheitsfragen der Windows NT Registrierung erklärt. Weil erwartet wird, dass die meisten Administratoren Netzwerke mit unterschiedlichen NT-Versionen zu verwalten haben, prüft RegAudit zuerst, welche Version von NT auf dem Zielrechner läuft, um dann entscheiden zu können, welche Fehler emuliert werden müssen und welche Methoden die besten Erfolgsaussichten beim Lesen und Bearbeiten der Überwachungseinträge haben.

Unter welchen Lizenzbedingungen darf ich RegAudit verwenden?
Das Programm wurde mit größter Sorgfalt entwickelt. Der Autor kann aber nicht dafür garantieren, daß es unter jeder Version von Windows NT auf jedem Rechner fehlerfrei läuft. Aus diesem Grunde wird bei eventuell auftretenden Fehlern oder Schäden, gleich welcher Art, keine Haftung übernommen.
Informieren Sie sich in Ihrem eigenen Interesse darüber, welche Folgen die geplanten Änderungen an der Registrierung haben werden, bevor Sie sie durchführen! Das Lesen und Verstehen dieser Dokumentation sollte Ihnen helfen, Unfälle zu vermeiden.
RegAudit ist nur als Bestandteil des Programmpaketes RegTools für Windows NT erhältlich und darf nicht weitergegeben werden.

Was ist eine SACL?
Eine SACL (Security Access Control List = Sicherheitskontrolliste) legt fest, welcher Zugriff von wem auf das Objekt protokolliert wird. Mit RegAudit können Sie nur Zugriffskontrollisten von Registrierungsschlüsseln bearbeiten.
Eine solche Liste besteht aus ACEs (Access Control Entry - Zugriffskontrolleintrag).
Ein ACE enthält mehrere Felder, diese werden ausführlich bei der Besprechung des Befehls /L erläutert.

Was benötige ich, um das Programm erfolgreich laufen zu lassen?

Optionen

Eine (ziemlich lange ;) Kurzübersicht der erlaubten Parameter erhalten Sie nach Aufruf von RegDACL /?:
 
RegAudit 1.0 - Überwachungsmanager für Windows NT Registrierungsschlüssel
Copyright (c) 1999-2001 Frank Heyne Software (http://www.heysoft.de)
Die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr!

Aufruf: RegAudit Key Befehle
  Key: [\\Computer\]Root[\Subkey]
    \\Computer:  Netzwerkrechner
    Root: HKLM, HKU, HKCU, HKCC oder HKCR
    Subkey: Pfad zu dem interessierenden Registrierungsschlüssel

  Abfragende Befehle:
    /L            Listet alle Einträge auf
    /Qxx:yy(I)[T] Abfrage: Existiert ein Eintrag mit yy für xx?
    /Fxx:yy(I)[T] Suche: (listet alle Teilschlüssel mit yy für xx auf)
    /PI           Listet alle geschützten Teilschlüssel auf (nicht in NT 4)

  Manipulationsbefehle:
    /Sxx:yy(I)[T] Setzt evtl. vorhandene Einträge für xx auf yy
    /Axx:yy(I)[T] Addiert yy zu evtl. vorhandenen Einträgen für xx hinzu
    /Rxx:yy(I)[T] Entfernt yy von evtl. vorhandenen Einträgen für xx
    /Dxx          Löscht alle ACEs für xx)
    /PC           Schützt vor Vererbung, kopiert ererbte Einstellungen
    /PR           Schützt vor Vererbung, entfernt ererbte Einstellungen
    /P-           Entfernt den Vererbungsschutz des Schlüssels
    /Propagate    Vererbt aktuelle SACL auf alle Teilschlüssel und
                  entfernt dort alle explizit definierten ACEs
    /Clear        Löscht unvererbte ACEs
  Wichtig: alle Optionen /P sind in NT 4 nicht verfügbar!

  Weitere Befehle:
    -Subtree      Bearbeite Teilbaum (nicht nötig bei /F, /PI und /Propagate)
    -ANSI         Verwende ANSI-Zeichensatz statt OEM-Zeichensatz
    -?            Dieser Hilfetext

  Optionen für xx:
    GE = wirklich "Jeder"
    GA = vordefinierte Gruppe "Administratoren"
    GU = vordefinierte Gruppe "Benutzer"
    GT = vordefinierte Gruppe "Authentifizierte Benutzer"
    GI = vordefinierte Gruppe "Interaktiv"
    GN = vordefinierte Gruppe "Netzwerk"
    GS = vordefinierte Gruppe "System"
    GO = vordefinierte Gruppe "Ersteller Besitzer"
    GV = vordefinierte Gruppe "Service"
    GL = vordefinierte Gruppe "Lokal"
    GB = vordefinierte Gruppe "Batch"
    GY = vordefinierte Gruppe "Anonyme Anmeldung"
    GP = vordefinierte Gruppe "Systemoperatoren"
    DA = Gruppe "Domänen-Administratoren"
    DU = Gruppe "Domänen-Benutzer"
    DG = Gruppe "Domänen-Gäste"
    ALzzz =       Lokales Konto zzz des betreffenden Rechners
    ADzzz =       Domänen-Konto zzz
    AQuelle\zzz = beliebiges Qualifiziertes Konto quelle\zzz

  mögliche Optionen für yy (Kombinationen erlaubt):
     Q - Query (Wert abfragen)                    L - Link erzeugen
     W - Write (Wert schreiben)                   D - Delete (Löschen)
     C - Create (Teilschlüssel erzeugen)          S - Sicherheitsinfo lesen
     E - Enumerate (Teilschlüssel auflisten)      A - dACL schreiben
     N - Notify (Benachrichtigen bei Änderungen)  O - Owner (Besitzer ändern)
     F - Full (Vollzugriff, wie QWCENLDSAO)

  mögliche Optionen für (I) (Vererbungsoptionen):
   (NI)    - keine Vererbung (ACE gilt nur für aktuellen Schlüssel)
   (CI)    - Vererbt (ACE gilt für aktuellen Schlüssel und alle Teilschlüssel)
   (CI-NP) - Vererbung ohne Fortpflanzung (ACE gilt für aktuellen Schlüssel
             und direkte Teilschlüssel, aber nicht für deren Erben)
   (IO)    - nur Vererbung (ACE gilt nicht für aktuellen Schlüssel,
             sondern nur für Teilschlüssel und deren Erben)
   (IO-NP) - nur Vererbung ohne Fortpflanzung
             (ACE gilt nicht für aktuellen Schlüssel, sondern nur für
             Teilschlüssel, aber auch nicht für deren Erben)
  Die folgenden Vererbungsflags sind NT 4 unbekannt:
   (ID-NI) - Ererbter ACE, gilt für aktuellen Schlüssel, aber keine Erben
   (ID-CI) - Ererbter ACE, gilt für aktuellen Schlüssel und alle Erben
   (ID-IO) - Ererbter ACE, gilt nicht für aktuellen Schlüssel, aber alle Erben

  mögliche Optionen für [T] (Audit Flags):
   [S] - Erfolg
   [F] - Fehler
   [A] - Alles (S+F)

Die Hilfeseite von RegAudit
Die Vielfalt mag ja im ersten Moment verwirrend sein, aber wir beschäftigen uns im Folgenden mit jeder einzelnen Option, so daß keine Fragen offen bleiben dürften.
Sie müssen dem Programm 2 Informationen übergeben:

  1. Welcher Registrierungsschlüssel interessiert Sie? - Das Programm muß den vollständigen Pfad zu dem Schlüssel wissen.
  2. Was soll mit der Zugriffskontrolliste von diesem Schlüssel angestellt werden? - Sie müssen wenigstens einen Befehl angeben, damit das Programm überhaupt etwas macht.
Bei den Eingaben wird nicht nach Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Registrierungsschlüssel angeben

Der Registrierungsschlüssel kann sich sowohl auf dem lokalen Rechner als auch auf einem Netzwerkrechner befinden. Er ist als erster Parameter im UNC-Format anzugeben:
[\\Computer\]Root[\Subkey]
Den Namen des lokalen Rechners brauchen Sie natürlich nicht anzugeben. Wenn Sie keinen Unterschlüssel (Subkey) angeben, wird der angegebene Hauptschlüssel (Root) verwendet. Folgende Abkürzungen sollten Sie für die 5 Hauptschlüssel verwenden:
HKLM - HKEY_LOCAL_MACHINE
HKU  - HKEY_USERS
HKCU - HKEY_CURRENT_USER
HKCC - HKEY_CURRENT_CONFIG
HKCR - HKEY_CLASSES_ROOT
Wenn der Registrierungspfad Leerzeichen enthält, muß der gesamte Pfad in doppelte Hochkommas eingeschlossen werden.
Hinweis: HKCU ist im Netzwerk nicht erlaubt, weil es keinen Sinn macht!

Schalter
Der Schalter -ANSI
Mit diesem Schalter weisen Sie das Programm an, den ANSI-Zeichensatz statt des sonst benutzten OEM-Zeichensatzes zu verwenden. Wie Sie wissen, ist OEM der voreingestellte Zeichensatze der Eingabeaufforderung. Er sollte also benutzt werden, wenn ein Kommandozeilen-Programm am Bildschirm gestartet wird. ANSI ist der übliche Zeichensatz der grafischen Benutzeroberfläche. Er sollte benutzt werden, wenn die Ausgabe des Programms in eine Datei umgeleitet wird, welche später mit einem GUI Programm weiterverarbeitet oder gelesen wird.

Der Schalter -SUBTREE
Mit diesem Schalter weisen Sie RegAudit an, statt nur den angegebenen Registrierungsschlüssel auch den gesamten Teilbaum darunter zu bearbeiten. Bei den Befehlen /F, /PI und /PROPAGATE ist die Angabe von -SUBTREE überflüssig und nicht zulässig, da sie standardmäßig den gesamten Teilbaum durchsuchen. Bei dem Befehl /Q in Verbindung mit -SUBTREE wäre der Rückgabewert schwerlich zu interpretieren, weshalb -SUBTREE auch hier verboten ist.

Befehle

Sie können beliebig viele Befehle angeben. Lediglich die Befehle /F, /PI und /PROPAGATE können nur allein verwendet werden, denn sie geben einen Wert zurück, der für die Steuerung des Programmflusses verwendet werden kann. Die Abarbeitung der Befehle erfolgt in folgender Reihenfolge:

Der Befehl /L
Mit diesem Befehl können Sie die DACL des angegebenen Registrierungsschlüssels in unverfälschter Form einsehen. Es ist kein anderes Freeware-Programm bekannt, mit dem das auch möglich ist. (RegEdt32 zeigt beispielsweise existierende ACEs für gelöschte Konten nicht an.) Die Ausgabe erfolgt in Tabellenform, jeder ACE belegt eine Zeile. Sehen wir uns das an Beispiel 1 an:
 
C:\Reg> RegAudit hklm\software\test /L 

auditing entries for Registry key "hklm\software\test": 
[S](CI)    ------DSA   Everyone 
[F](CI)    QWCENL---   Everyone 
[A](CI)    -W-------   BUILTIN\Administrators 

Beispiel 1
Die DACL für diesen Schlüssel besteht aus 3 Einträgen. Die 4 Spalten der Tabelle haben folgende Bedeutung:

Spalte 1 - Audit Flags
Windows NT erlaubt es, die Überwachung auf erfolgreiche oder erfolglose Aktionen einzuschränken:
[S] bedeutet, dass der ACE nur die Protokollierung von erfolgreichen Zugriffen bewirkt. Das S steht dabei für Success (Erfolg).
[F] bedeutet, dass der ACE nur die Protokollierung von erfolglosen Zugriffsversuchen bewirkt. Das F steht dabei für Fehler.
[A] bedeutet, dass der ACE die Protokollierung Aller Zugriffsversuche bewirkt. Man kann hier also sagen A = S + F
Wichtig: Wenn beim Bearbeiten von Überwachungseinstellungen kein Audit Flag angegeben wird, verwendet RegAudit das Flag [A] als Voreinstellung.

Spalte 2 - Vererbungsinformationen
(CI) Container Inherit: Wenn Der ACE gilt für den aktuellen Schlüssel und für den gesamten Teilbaum darunter. Das ist der Normalfall.
(NI) No Inherit: Der ACE wird nicht vererbt werden, gilt also nur für den aktuellen Schlüssel.
(IO) Inherit Only: Der ACE gilt nicht für den aktuellen Schlüssel. sondern nur für alle Unterschlüssel (Kinder und Enkel) darunter. Das ist die einzige sinnvolle Einstellung für das Pseudo-Konto ERSTELLER-BESITZER, wie in Lektion 2 gezeigt wird.
(NP) No Progpagate: Dieses Flag gilt die nur in Verbindung mit (CI) oder (IO). (NP) bewirkt, daß der ACE sich nur eine Ebene tiefer vererben läßt.
(CI-NP) bewirkt also, daß der ACE für den aktuellen Schlüssel und dessen Unterschlüssel (Kinder) gilt, aber nicht für deren Erben, (also seine Enkel).
(IO-NP) bewirkt dagegen, daß der ACE nicht für den aktuellen Schlüssel und auch nicht für seine Enkel, sondern nur für die Kinder gilt.
(ID) InheriteD:  Neu in Windows 2000. Fühere Versionen von Windows NT vererbten die ACEs nur in dem Moment, in dem ein Unterschlüssel erzeugt wurde. Wurde danach ein ACE des Eltern-Schlüssels geändert, (ohne ausdrücklich anzugeben, dass diese Änderungen für den gesamten Teilbaum darunter gelten und damit dort alle bisherigen Einstellungen überschreiben sollten), so unterschieden sich anschließend der ererbte und der ursprüngliche ACE. Da aber Windows 2000 vererbte ACEs mit einer Kombination von (ID) und einem der Flags (CI), (IO) oder (NI) markiert, weiß es jederzeit, ob ein ACE explizit für dieses Objekt definiert oder ererbt wurde. Daher kann Windows 2000 Änderungen an ACEs des Eltern-Schlüssels auf vererbte ACEs seiner Unterschlüssel anwenden, ohne deren explizit definierte ACEs zu überschreiben.
(ID-CI) InheriteD - Container Inherit: Der ererbte ACE gilt für diesen Schlüssel und alle Unterschlüssel. Wenn sich der ACE, von dem er abstammt, ändert, wird er diese Änderungen übernehmen. Er entsteht, wenn der ursprüngliche ACE, von dem er abstammt, ein (CI)-Eintrag ist.
(ID-IO) InheriteD - Inherit Only: Dieser ererbte ACE gilt nur für Unterschlüssel (Kinder und Enkel) des aktuellen Schlüssels, nicht jedoch für diesen selbst. Er entsteht, wenn der ursprüngliche ACE, von dem er abstammt, ein (IO)-Eintrag ist.
(ID-NI) InheriteD - No Inherit: Dieser ererbte ACE gilt nur für den aktuellen Schlüssel, wird aber nicht weiter vererbt. Er entsteht, wenn der ACE, von dem er abstammt, das Flag (NP) enthält.

Hinweis: Wenn keine Vererbungsinformationen angegeben wurden, verwendet RegAudit Standardvorgaben, die von der durchzuführenden Aktion abhängen. Lesende Befehle suchen nach beliebigen ACEs. Schreibende Befehle verwenden (CI) als Standardvorgabe, genau wie Regedt32.

Spalte 3 - Aktionen
NT unterscheidet die Überwachung von 10 verschiedenen Aktionen für Registrierungsschlüssel, die beliebig kombiniert werden dürfen:
Q Query (Wert abfragen, analog dem Lesen einer Datei) 
W Write (Wert schreiben)
C Create (Unterschlüssel erzeugen, analog dem Erzeugen eines Unterverzeichnisses im Dateisystem) 
E Enumerate (Unterschlüssel auflisten, analog dem Auflisten von Dateien und Unterverzeichnissen im Dateisystem)
N Notify (Benachrichtigen bei Änderungen, erlaubt es Programmen, sich vom Betriebssystemen benachrichtigen zu lassen, wenn an einem Schlüssel oder seinen Werten eine Änderung vorgenommen wurde) 
O Owner (Besitzer ändern) 
L Link erzeugen (dieses Recht wird in der Regel nur vom Betriebssystem verwendet.)
D Delete (Löschen) 
S Sicherheitsinfo (Zugriffskontrolliste, Besitzer usw.) lesen 
A dACL schreiben (Bearbeiten der Zugriffskontrolliste)
F (Full) ist die Abkürzung für Vollzugriff (QWCENLDSAO) und bewirkt die Überwachung aller aufgeführten Aktionen.
Wichtig: In Windows NT 4 gibt es keine Möglichkeit, den Zugriff O mit RegEdt32 zu überwachen. Das Setzen dieser Option führt in manchen Fällen dazu, dass RegEdt32 Unfug anzeigt. Aus diesem Grunde erlaubt es RegAudit nicht, den Zugriff O auf Rechnern mit NT 4 zu setzen. Unter NT 4 bedeutet F also nur QWCENLDSA.

Spalte 4 - Konto
Diese Spalte gibt an, für wenn dieser ACE eigentlich gilt. Es kann sich dabei um vor- oder selbst definierte Gruppen handeln oder auch um beliebige Benutzer.

Der Befehl /Q
Mit diesem Befehl können Sie abfragen, ob in der SACL eines Schlüssels ein ACE mit einer oder mehreren Berechtigungen existiert. RegAudit antwortet auf zwei Arten: Die Ausgabe erfolgt zum einen als Text und zum anderen als Rückgabewert des Programms. Sind alle abgefragten Berechtigungen für das angegebene Gruppenkonto vorhanden, so gibt das Programm 0 zurück, fehlt auch nur eine der abgefragten Berechtigungen, ist der Rückgabewert 1.

Achtung Fallen!
Es liegt in Ihrer Verantwortung, sicherzustellen, daß RegAudit mit gültigen Parametern aufgerufen wird, wenn Sie in Abhängigkeit vom Rückgabewert irgendwelche Aktionen auslösen wollen! Geben Sie beispielsweise einen nichtexistierenden Pfad zu einem Schlüssel an, so endet das Programm immer mit einem Fehlerwert! Es ist also empfehlenswert, in der Batch-Datei RegAudit zuerst mit dem Befehl /L aufzurufen. Ist dabei der Rückgabewert 0, so ist sicher, daß der Pfad existiert und darauf zugegriffen werden kann (Sie haben die notwendigen Berechtigungen und ggf. die Netzwerkverbindung steht.) Wenn Sie anschließend den Befehl /Q verwenden, können Sie sicher sein, daß der Rückgabewert wirklich etwas über die abgefragte Berechtigung aussagt und keinen Fehler im Programmaufruf verschlüsselt.
Das Verwenden von /Q in Verbindung mit einem ungültigen Befehl oder Schalter (wie -SUBTREE) gibt ebenfalls einen Fehlercode statt eines Abfrageergebnises zurück!

Der Befehl /F
Dieser Befehl durchsucht die ACEs aller Schlüssel des angegebenen Teilbaumes. Er listet alle die Schlüssel auf, in denen sämtliche der angegebenen Aktionen überwacht werden.

Der Befehl /PI
Wie bereits weiter oben erläutert wurde, erben Objekte seit Windows NT 5 ihre Berechtigungen auf eine neue Art: Änderungen, die an dem vererbenden Eintrag gemacht werden, pflanzen sich jederzeit auf alle geerbten Einträge im darunterliegenden Teilbaum fort. Das ist in den meisten Fällen sehr nützlich, aber es gibt auch Situationen, wo dieses Verhalten unerwünscht ist. Für diese Fälle gibt es eine Lösung: Sie können die Markierung in dem Kontrollkästchen "Vererbbare übergeordnete Berechtigungen übernehmen" im Dialog Sicherheit | Berechtigungen | Erweitert... | Überwachung von RegEdt32 entfernen. Damit schützen Sie das Objekt vor dem Erben von ACEs von seinen Vorfahren.
Der Befehl /PI listet alle geschützten Unterschlüssel auf. Auf Rechnern mit älteren Versionen von Windows NT ist er nicht erlaubt.

Damit sind wir am Ende der Beschreibung der Befehle, mit denen Sie die Zugriffskontrollisten der Registrierung abfragen können.
Im Folgenden werden die Befehle erläutert, mit denen Sie die Zugriffskontrollisten der Registrierung bearbeiten können.
Die Funktionen, welche ACEs bearbeiten, akzeptieren keine Vererbungsoptionen mit gesetztem (ID) Flag, weil das keinen Sinn ergeben würde. Falls Sie einen solchen ACE ändern möchten, müssen Sie das immer bei dem Vorfahren tun, für den er definiert wurde, und nicht in einem Unterschlüssel, der die Information nur geerbt hat.

Zuerst wenden wir uns aber den Befehlen /P... zu, die der Steuerung der Vererbung dienen. Sie funktionieren nur in Windows 2000. In Windows NT 4.0 und früheren Versionen bewirken sie nichts.

Der Befehl /P-
Dieser Befehl entfernt den Vererbungsschutz eines Schlüssels. Die aktuellen ACEs des Schlüssels (und seiner ungeschützten Unterschlüssel) werden durch die vererbbaren ACEs seiner Vorfahren ersetzt.
Die Verwendung dieses Befehls entspricht dem Aktivieren des Kontrollkästchen "Vererbbare übergeordnete Berechtigungen übernehmen" im Dialog Sicherheit | Berechtigungen | Erweitert... | Überwachung  von RegEdt32.

Der Befehl /PC
Dieser Befehl schützt einen Schlüssel und verwandelt die ehemals ererbten ACEs in explizit für diesen Schlüssel definierte. ACEs, die bereits explizit definiert waren, bleiben unverändert, während bei allen anderen das (ID)-Flag entfernt wird.
Die Verwendung dieses Befehls entspricht dem Deaktivieren des Kontrollkästchen "Vererbbare übergeordnete Berechtigungen übernehmen" im Dialog Sicherheit | Berechtigungen | Erweitert... | Überwachung von RegEdt32 und der Beantwortung der anschließenden Frage mit "Kopieren".

Der Befehl /PR
Dieser Befehl schützt einen Schlüssel und entfernt die ehemals ererbten ACEs ersatzlos. Nur ACEs, die bereits explizit definiert waren, bleiben unverändert erhalten.
Die Verwendung dieses Befehls entspricht dem Deaktivieren des Kontrollkästchen "Vererbbare übergeordnete Berechtigungen übernehmen" im Dialog Sicherheit | Berechtigungen | Erweitert... | Überwachung von RegEdt32 und der Beantwortung der anschließenden Frage mit "Entfernen".

Der Befehl /PROPAGATE
Dieser Befehl vererbt die Berechtigungen des aktuellen Schlüssels auf den gesamten Teilbaum darunter. Seine Verwendung entspricht dem Aktivieren der Kontrollbox "Überwachungseinträge in allen untergeordneten Objekten zurücksetzen und die Vermehrung vererbarer Überwachungseinträge aktivieren" in RegEdt32. Der Befehl entfernt sämtliche explizit definierten Berechtigungen im gesamten Teilbaum unter dem aktuellen Schlüssel und jeglichen Vererbungsschutz. Dieser mächtige Befehl überschreibt also auch die SACLs geschützter Unterschlüssel!

Der Befehl /A
Add: Dieser Befehl fügt die angegebenen Überwachungsaktionen für das angegebene Konto hinzu. Nachdem er erfolgreich ausgeführt wurde, werden für dieses Konto wenigstens die aufgeführten Aktionen überwacht. Wurden bereits vorher andere Aktionen überwacht, so geschieht dies auch weiterhin.

Der Befehl /S
Setzen: Dieser Befehl setzt genau die angegebenen Überwachungsaktionen für das angegebene Konto. Wurden bereits vorher andere Aktionen überwacht, so geschieht dies jetzt nicht mehr.
 
Der Befehl /D
Delete: Dieser Befehl löscht alle expliziten ACEs für das angegebene Konto, jedoch keine ererbten ACEs.

Der Befehl /CLEAR
Mit diesem Befehl weisen Sie RegAudit an, alle nicht ererbten Einträge in der SACL zu löschen. Das Löschen von ererbten Einträgen macht keinen Sinn (sie müssen immer bei dem Schlüssel gelöscht werden, bei dem sie gesetzt wurden).
Zwar können überflüssige Einträge auch mit /D gelöscht werden, aber dazu müssen alle zugewiesenen Konten einzeln angegeben werden.

Alles klar?
Wenn nach gründlicher Lektüre dieses Artikels wider Erwarten noch Unklarheiten bezüglich des Setzens oder der Wirkung von Überwachungseinstellungen in der Registrierung von Windows NT herrschen, können Sie zwecks Klärung gern eine email an fh@heysoft.de schicken. Zuvor sollten Sie aber prüfen, ob Ihre Frage nicht schon in der FAQ zu Sicherheitsfragen der Windows NT Registrierung beantwortet wurde.